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Fachkräftemangel in der Pflege – Mangel an Köpfen oder Mangel an Kompetenzen? Résumé der ersten Pflegefachtagung am Klinkum Osnabrück


Das Pflegende einen anspruchsvollen Beruf ausüben, dem Seitens der Politik und Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit gebührt, darüber waren sich Referenten und Gäste der Fachtagung Pflege am 6.10. einig.

Als Veranstaltungsort wurde von der Pflegedirektion ein besonders historisch begründeter Ort gewählt. Am Tecklenburger Hof, dem Entstehungsort der ersten städtischen Krankenanstalt Osnabrück vor rund 200 Jahren, blickten die Besucher, auf den Wurzeln der Vergangenheit stehend, in die Zukunft.

Die rege Teilnehmeranzahl verdeutlichte das Interesse an dem aktuellen Thema des Fachkräftemangels in der Pflege und die Notwendigkeit sich mit diesem auseinander zu setzen. Rund 230 Gäste fanden sich zusammen, um das Problem aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und Lösungsansätze gemeinsam zu diskutieren und auszutauschen. Die Lösungsansätze ergaben sich unter Anderem durch Referenten aus der Berufpolitik, der Hochschule sowie durch Erkenntnisse aus der Krankenhausberatung, der Krankenhausorganisation oder auch den Gesundheitswissenschaften.
Im Anschluss an die aufschlussreichen Referate ergab sich durch eine Podiumsdiskussion die Möglichkeit zum Austausch und Vertiefung.

Als Ergebnisse der Fachtagung sind drei zentrale Ebenen zu nennen:

1. Die Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters in der Pflege

Hierzu wurden in der Fachtagung mehrere Aspekte herausgestellt.
Zum einen: Wie geht jeder einzelne Mitarbeiter auf zukünftige Kollegen zu? Sind wir bereit und in der Lage mit Praktikanten, Freiwilligendienstlern, Schülern oder Bachelorstudenten die Faszination des Pflegeberufs zu teilen? Oder stellen wir all zu oft im Alltag die Schwierigkeiten und Probleme heraus?
Zum anderen: Gehen wir achtsam mit unserer eigenen Gesundheit um? Nutzen wir beispielsweise Angebote unseres Arbeitgebers zur Gesundheitsförderung?

2. Die Verantwortung der Führungskräfte in der Pflege

Hier wurde sehr deutlich, wie wichtig für die Mitarbeiterbindung ein regelmäßiges und wertschätzendes Feedback Gespräch ist. Weitere Fragen betreffen die Größe der zu führenden Einheiten. Erleben die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und ihr Team als „Denk-, Fühl- und Verhaltensgemeinschaft?!“, wie von Prof. Badura in seinem Vortrag benannt.
Zugespitzt ließen sich an dieser Stelle zwei weitere Fragen ableiten:
Wird Fachlichkeit in der täglichen pflegerischen Arbeit wertgeschätzt und eingefordert?
Sind wir mit Mittelmäßigkeit zufrieden oder fördern wir unsere Mitarbeiter darüber hinaus, Ziele zu entwickeln?


3. Strukturelle und politische Aspekte

Durch die Pflegefachtagung ist ein Bewusstsein dafür entstanden, dass die Gestaltung erlebter Defizite im Pflegeberuf zu wenig durch die Pflegenden selbst bestimmt wird. Um auf politischer Ebene eine Veränderung zu bewirken, ist jede einzelne Stimme der Pflegenden gefragt. Der Auftrag des deutschen Pflegerates, für die Pflege zu sprechen, kann auf politischer Ebene nur dann ernsthaft wahrgenommen werden, wenn wir ihn durch die Mitgliedschaft in einem organisierten Berufsverband unterstützen.


Zusammenfassend stellt Pflegedirektorin Marion Büchsenschütz fest: „Wir haben einen deutlichen Hinweis darauf bekommen, dass wir selbst – jeder an seinem Platz– den Schlüssel zur Lösung anstehender Fragen in der Hand halten. Gehen wir also gemeinsam, gestärkt durch die Impulse der Fachtagung, an die vor uns liegenden Aufgaben heran!“




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