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Klinikum-Akademie mit Festakt eröffnet

Osnabrück, 21.06.2019. Mit einem festlichen Eröffnungsakt ist am Freitag der Neubau der Akademie des Klinikums Osnabrück seiner Bestimmung übergeben worden. In dem viergeschossigen Gebäude, das 7,6 Mio. Euro gekostet hat, stehen der Akademie des Klinikums Osnabrück nun auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern modern ausgestattete Unterrichtsräume und ein weithin einzigartiges „Simulationszentrum“ zur Verfügung, in dem es möglich ist, Notfälle oder andere Behandlungsabläufe an „virtuellen Patienten“ zu üben.

Der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und die weiteren Festredner waren sich einig, dass mit dem Umzug der Akademie ein für die Zukunft wichtiger strategischer Schritt gegangen wurde. In dem Gebäude, das in einer Bauzeit von nur 1,5 Jahren errichtet wurde, hat die Akademie erstmals einen Standort in der direkten Nachbarschaft des Mutterhauses auf dem Finkenhügel bekommen.

Die neue Nähe soll es ermöglichen, die Ausbildungen an der Akademie noch praxisnäher zu gestalten, vor allem aber sollen von dem Neubau wichtige Impulse für die weitere Entwicklung des Medizin-Campus Finkenhügel und für die Sicherung des Medizinstandortes Osnabrück ausgehen. So ist vorgesehen, die Aus- und Weiterbildungskapazitäten an der Akademie noch deutlich zu erweitern, um damit mehr jungen Leuten den Einstieg in einen Gesundheitsberuf zu ermöglichen.

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums Osnabrück, Dr. Fritz Brickwedde, bei der Eröffnung betonte, hat der Aufsichtsrat mit dem einstimmigen Baubeschluss im Januar 2017 eine der besten Entscheidungen getroffen. Brickwedde nannte den Akademie-Neubau als „das schönstes Baby des Klinikums“ und wies darauf hin, dass es von enorm wichtiger Bedeutung ist, den Nachwuchsbedarf des Klinikums Osnabrück durch einen Ausbau der Ausbildungskapazitäten und eine Steigerung der Ausbildungsqualität zu sichern. Der Neubau der Akademie sei somit die wohl wichtigste Investition in die Zukunftsfähigkeit des Klinikums Osnabrück, betonte Brickwedde. Nach der Meinung des Aufsichtsratsvorsitzenden kommt es vor allem darauf an, eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährlisten. Dafür, so Brickwedde, seien die Weichen mit dem Neubau am Standort Finkenhügel gestellt worden.

Wie Kerstin Moldenhauer, die Leiterin der Akademie des Klinikums Osnabrück, erklärte, hat die Ausbildungseinrichtung in dem neuen Gebäude ein zukunftsweisendes E-Learning-Konzept verwirklicht. In dem Neubau stehen der Schule 19 teilweise mit Touch-Screen-Monitoren ausgestattete Unterrichtsräume, ein Simulationszentrum für Übungen an „virtuellen Patienten“, eine Bibliothek und weitere Flächen wie ein großes Atrium zur Verfügung, in denen es ein drahtloses Netzwerk ermöglicht, dass Schüler mit tragbaren Computern und Tablets auf den Unterrichtsstoff und Arbeitsmaterialien zugreifen. Passend zur Ausstattung der Unterrichtsräume ist auch das Lehrerzimmer mit vernetzten Computerarbeitsplätzen versehen. „Wir haben außerdem ein neues Konzept für die flexible Nutzung von Arbeitsplätzen eingeführt, das ebenfalls das vernetzte Arbeiten fördert“, sagte Moldenhauer.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört nach ihren Worten das weithin einzigartige Simulationszentrum. In dem Raum, der wie ein Krankenhauszimmer eingerichtet ist, können die Ausbilder alle Arten von Notfällen und alle Behandlungssituationen mit „virtuellen Patienten“ simulieren. „Damit ist es möglich, vielfältige Szenarien aus dem beruflichen Alltag fast wie unter echten Bedingungen zu proben. Die Lehrinhalte lassen sich damit besser vermitteln – außerdem wird es damit gefördert, die Schüler auf das Fällen von eigenständigen Entscheidungen vorzubereiten.“

Moldenhauer freut sich darüber, dass nun auch die Übergangszeit vorbei ist, in der die Akademie seit der Umwandlung des früheren Standorts am Natruper Holz zum Flüchtlingshaus vorübergehend in Räumen in der Osnabrücker Innenstadt und dann im Stadtteil Fledder untergebracht war.

Wie Moldenhauer erklärte, sind nun mit wenigen Ausnahmen fast alle Schulplätze im neuen Gebäude unter einem Dach zusammengefasst. Nur die Labore für die Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Laborassistenz (MTLA) und einige technische Vorrichtungen für die Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Radiologieassistenz (MTRA) befinden sich noch in dem Gebäude im Stadtteil Fledder, das zuvor genutzt wurde. „Den Umzug der MTRA-Ausbildung schließen wir im Sommer ab, nur die Labore für die MTLA-Ausbildung bleiben noch weitere 1,5 Jahre dort“, so die Akademie-Chefin.

Nach Angaben von Moldenhauer werden an der Akademie des Klinikums Osnabrück zurzeit rund 460 Auszubildende in 24 Kursen/Klassen unterrichtet und etwa 5000 Teilnehmer durchlaufen jährlich die Fort-/Weiterbildungsangebote. Zum Team der Akademie gehören rund 50 Lehrer und 15 weitere Mitarbeiter. Moldenhauer wie darauf hin, dass an der Akademie allein in den vergangenen fünf Jahren etwa 150 neue Ausbildungsplätze geschaffen worden sind.

Die Akademie des Klinikums Osnabrück ist aus mehreren Ausbildungs-/Fortbildungseinrichtungen wie Krankenschwestern-, Hebammen- und MTA-Schule des früheren Stadtkrankenhauses und weiterer Träger hervorgegangen. Nachdem die Ausbildungen/Fachbereiche zuvor an mehreren Standorten angesiedelt waren, wurden sie 2009 im früheren Bundeswehrkrankenhaus am Natruper Holz erstmals zusammengefasst. Nach der Einrichtung des Flüchtlingshauses nutze die Akademie zunächst ab 2015 Räume der früheren Dresdner Bank an der Möserstraße, danach war sie seit 2017 in dem ehemaligen Großhandelsgebäude im Stadtteil Fledder untergebracht. Die Räume im Neubau können auch für Tagungen, Seminare etc. gemietet werden, Infos unter Tel. 0541/405 5902.