Besonderes Jubiläum auf dem
Finkenhügel: Die Gründung der Hebammenlehranstalt, die ein Vorläufer der
Akademie des Klinikums Osnabrück war, liegt genau 200 Jahre zurück.
Johannisstraße gegründet, wurde die erste derartige Ausbildungseinrichtung in
Osnabrück und im westlichen Teil des damaligen Königreiches Hannover
geschaffen. Der Ansatz war es, wie in der Chronik der Stadt Osnabrück
nachzulesen ist, „in misslichen Umständen befindlichen Schwangeren die
Gelegenheit zu verschaffen, ihre Entbindung und Wochenbetten kostenfrei
abzuwarten und bei schweren Geburten Hilfe zu finden“.
der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums, erklärte, die
meisten Kinder bei Hausgeburten zur Welt, und die kostenfreie
Entbindungsmöglichkeit in Verbindung mit der Schule war vor allem für arme
Frauen gedacht, die sich in der Anfangszeit sogar in einfachen Tätigkeiten für
ihren Aufenthalt verdingen mussten. Kein Vergleich natürlich zur heutigen Zeit,
in der Frauen nur in der Entbindungsabteilung des Klinikums Osnabrück fünf
Kreißsäle und einen OP für Kaiserschnitt-Geburten zur Verfügung haben. Im
modernen Betreuungsmodell des „Hebammenkreißsaals“ können sie frei zwischen
hebammengeleiteten und arztassistierten Entbindungen wählen und sich die
Gebärposition aussuchen.
entwickelt hat, macht, wie Garnier sagte, gleichzeitig den Wandel der
Geburtshilfe sichtbar – und es versinnbildlicht auch die Veränderungen der
Rolle der Frau in der Gesellschaft. Das Jubiläum „200 Jahre Hebammenschule“
wurde mit einem Festakt in den Räumen der Akademie des Klinikums gewürdigt.
Dabei gab es Redebeiträge von Dr. Fritz Brickwedde, dem
Aufsichtsratsvorsitzenden des Klinikums, von Garnier, von Silke Geers, der
Fachbereichsleiterin der Hebammenausbildung, und von Anke Kramer, der Leitenden
Hebamme am Klinikum Osnabrück. Außerdem sprach Sarah Wilkener, eine junge Frau
aus dem Hebammenkurs 29 an der Akademie.
Hebammenausbildung in der bisherigen Form aus. Jetzt, Ende September, schließt
der letzte Kurs an der Akademie des Klinikums die Ausbildung ab. Wie Kerstin
Moldenhauer, die Leiterin der Akademie, sagte, wurden damit seit der
Wiedereröffnung der Hebammenschule im Jahr 1982 in 59 Kursen insgesamt 450
Hebammen ausgebildet. Aktuell sind 15 Ausbildungsplätze und 33 Studienplätze im
Hebammenberuf an der Klinikum-Akademie belegt.
verbunden. Nach dem Start an der Johannisstraße wurde sie 1867 aus Platzmangel
in ein Gebäude an der Knollstraße 7 verlegt. Nachdem es 1902 abgebrannt war,
erfolgte bis 1904 der Neubau des bekannten Gebäudes der „Hebammenlehranstalt“
an der Knollstraße 16 (heute KME). 1925 schloss mit dem Umzug in das Gebäude an
der Ecke Lieneschweg/Caprivistraße auch die Gründung der Städtischen
Frauenklinik an. Nach der Einstellung der Hebammenausbildung im Jahr 1936
erfolgte erst 1982 die Wiederaufnahme, zunächst im Obergeschoss, später im
Gartenhaus der Frauenklinik. 1995 wurde die Hebammenausbildung als Teil der
Akademie des Klinikums in ein Gebäude des früheren Bundeswehrkrankenhauses an
der Sedanstraße 115 verlegt, das heute als Unterkunft für Geflüchtete dient.
Danach wurde von 2015 bis 2018 ein Bankgebäude an der Möserstraße und dann noch
ein Jahr lang eine frühere Speditionsimmobilie im Gewerbegebiet Fledder
genutzt, bevor schließlich 2019 der Umzug in das neugebaute Akademie-Gebäude
auf dem Medizin-Campus des Klinikums auf dem Finkenhügel erfolgte.
Foto, v. l. n. r.: Betriebsratsvorsitzender und stellv.
Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Breitkreuz, Pflegedirektorin Angelika Atrat, Aufsichtsratsvorsitzender
Dr. Fritz Brickwedde, Pflegedienstleiterin Martina Otte, Geschäftsführer Frans
Blok, Fachbereichsleiterin der Hebammenausbildung Silke Geers, Chefarzt PD Dr.
Dr. Yves Garnier, Leitende Hebamme Anke Kramer und die Leiterin der Akademie
Kerstin Moldenhauer.
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